Zwei Jahre praktische Integration durch die Integrations- und Kulturlotsen

 

2-jahre-integrationslotsen_480Pressemitteilung zur 2-Jahres-Feier

Seit zwei Jahren arbeiten in Salzgitter zwei Gruppen, die sich die Integration auf die Fahnen geschrieben haben: Die Integrations- und Kulturlotsen.

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen bei konkreten Anliegen wie Behördenkontakte zu unterstützen oder mit Projekten Menschen zusammen zu führen. Am 25. Mai feierten sie das mit Gästen und Weggefährten im Stadtteilbüro Fredenberg. Dazu lud der Leiter des Bürgerservices für Migranten, Herr Dincer Dinc, gemeinsam mit den Kultur- und Integrationslotsen aus der „Sozialen Stadt Ost- und Westsiedlung“, Salzgitter-Bad in das Stadtbüro Fredenberg zur Feier des zweijährigen Bestehens der Salzgitteraner Kultur- und Integrationslotsen ein.
Bei der zweistündigen Feierlichkeit präsentierten die Lotsinnen und Lotsen sich bestens mit internatinoalen lukullischen Spezialitäten, bei deren Genuss ein Erfahrungsaustausch stattfand.

Der erste Ausbildungsgang der Integrationslotsen bildete die „Agentur für Integrations- und Kulturlotsen“ im Sanierungsgebiet der Ost- und Westsiedlung und fand in der Ev. Familien-Bildungsstätte.
Der zweite Ausbildungsgang hat als „Bürgerservice für Migrantinnen und Migranten“ seinen Standort in Stadtteilbüro am Fredenberg gefunden. Beide Gruppen können nur aufgrund der Unterstützung durch das Referat Stadtumbau und Soziale Stadt der Stadt Salzgitter arbeiten.

Die praktische Arbeit der Lotsinnen und Lotsen zeichnet sich durch Einzelberatung und –begleitung aus, durch Projekte, durch Netzwerkarbeit. Die unterschiedliche Struktur den in beiden Sanierungsgebieten „Soziale Stadt“, in „Fredenberg“ und in der „Ost- und Westsiedlung“ erfordert ein jeweils anders Handeln beider Gruppen. So hat der „Bürgerservice“ Fredenberg einen Schwerpunkt in der Einzelfallhilfe; die „Agentur“ in der Ost und Westsiedlung stärker in der Projektarbeit. Beide Institutionen zielen auf eine verstärkte Integration der in den Stadtteilen bisher vernachlässigter Bevölkerungstrukturen in die Quartiersarbeit ab.
Die Tatsache, dass beiden Gruppen ihren Jahrestag mit einer gemeinsamen Feier begannen, zu der auch Absolventen des dritten Ausbildungsgangs Integrationslotsen kamen (die schon zum großen Teil in einer der beiden Gruppen mitarbeiten) zeigt, dass es keine Konkurrenzen oder Reibungsverluste gibt.

Als Vertreter der Stadtverwaltung wurden sie von Heike Bludau vom Fachdienst Bildung und Integration sowie vom Leiter des Referates Stadtumbau und Soziale Stadt, Baudirektor Günter Klatt, vom Leiter der ev. Familien-Bildungsstätte, Reinhold Jenders, und der Stadtteilmanagerin in der Ost- und Westsiedlung, Anke Kasten, herzlich begrüßt.
Der Referent für Stadtumbau und Soziale Stadt; Günter Klatt, überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und würdigte in einem Grußwort ebenso das praktische Handeln wie die Ehrenamtlichkeit des Engagements: „Während andere über Integration schreiben und reden, wird dieses hier in Salzgitter umgesetzt und tatsächlich praktiziert.“
Frau Bludau betonte für die Leitstelle für Integration die Bedeutung der konkreten Unterstützung, die die Gruppen ehrenamtlich geben. Anke Kasten vom Stadtteilmanagement Ost- und Westsiedlung konnte bestätigen, dass die Gruppen das Leben im Stadtteil reicher machen.

Gemeinsam nahmen man danach im Rahmen der derzeit laufenden „Gesundheitswoche Soziale Stadt“ im Fredenberg Forum am Vortrag und an der Diskussion mit Dr. med Srour teil.
Dabei wurde aufgezeigt, in welcher Art und Weise in der ärztlichen Versorgung und täglichen Praxisarbeit Salzgitters Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Arzt und Patient(in) bewältigt werden können und müssen. „Die zweite Generation der Zuwanderer Salzgitter ist bereits überwiegend der deutschen Sprache mächtig und dolmetscht z.B. für die Eltern, so dass die reinen Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten zunehmend weniger werden …“ berichtete Herr Doktor Srour aus seiner täglichen Praxis für Allgemeinmedizin.
Große Sorgen mache ihm jedoch die zunehmende Zahl an psychosomatisch bedingten Krankheitssymptomen deren Ursache es zu erforschen keinen Mediziner sondern eher von speziell ausgebildeten Psychotherapeuten bedürfe. Derartige, vor allem auf Migrationsdepressivität ausgebildete Spezialisten und eine präventive Prophylaxe in Salzgitter zur Vermeidung dieser seiner Meinung nach immer häufiger auftretenden psychosomatischen Krankheitsbilder, gäbe es in Salzgitter leider nicht.

Das Thema wurde von allen Anwesenden unter anderem anhand von Fällen, die sogar in Einzelfällen mit Tod oder sogar Suizid endeten, zum Schluss des Tages sehr nachdenklich diskutiert und alle Integrations- und Kulturlotsen waren sich einig, dass es in diesem Bereich dringend weiteren Informations- und Handlungsbedarf gibt.
Die Agentur in Bad ist zu erreichen unter 3988415 oder 015115815390; der Bürgerserice am Fredenberg unter 7905630.